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Karlsruhes Hafendirektor Alexander Schwarzer verstorben

Der Direktor der Rheinhäfen Karlsruhe, Alexander Schwarzer, ist am 28. März im Alter von 55 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Nach dem Abitur am Karlsruher Kant-Gymnasium studierte er an der Universität Karlsruhe Bauingenieurwesen mit Vertiefungsrichtung Konstruktiver Ingenieurbau und von 1982 bis 1983 in Mannheim Rechtswissenschaften. Nach dem Abschluss als Diplom-Ingenieur arbeitete Schwarzer zehn Jahre lang als Technischer Geschäftsführer in einem mittelständischen Tiefbauunternehmen in Karlsruhe. Seit 1994 war Schwarzer Lehrbeauftragter für technische Mechanik an der Hochschule für Technik der Fachhochschule Karlsruhe.
1994 übernahm Alexander Schwarzer das Amt des Hafendirektors in Karlsruhe und wurde 1997 Geschäftsführer der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH für den Geschäftsbereich Rheinhäfen. Außerdem war der Ingenieur Mitglied des Technischen Ausschusses Binnenhäfen sowie Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Binnenhäfen im Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen BÖB. Als langjähriges Mitglied im erweiterten Präsidium führte Schwarzer auch die Sachkunde seiner Mitarbeiter in die Fachgremien des BÖB ein und brachte die Arbeit des Bundesverbandes mit Durchsetzungskraft und dem von ihm gepflegten ‚offenen Wort’ immer wieder auf Linie.
Während seiner 16-jährigen Amtszeit unternahm Alexander Schwarzer wichtige technische und sicherheitstechnische Verbesserungen bei den Karlsruher Rheinhäfen und prägte das moderne Gesicht des 109 Jahre alten Hafens mit zahlreichen Neubauten und Umbauten. Die von Schwarzer 2007 vollzogene Übernahme des hafeninternen Gleisnetzes führte zu einer deutlichen Belebung des Bahnverkehrs zu den Rheinhäfen Karlsruhe und der Erschließung neuer Marktsegmente im multimodalen Güterverkehr. Ebenfalls 2007 initiierte Alexander Schwarzer den ‚Internationalen Hafenkongress Karlsruhe’, der nach seiner Erstauflage 2008 am 22. und 23. April dieses Jahres zum zweiten Mal stattfindet. Dieses von zahlreichen Teilnehmern aus vielen europäischen Ländern besuchte und von namhaften Referenten gestaltete Diskussionsforum, stärkt nicht nur das Profil der Oberrheinhäfen als moderne Logistikstandorte, sondern eröffnet den Dialog und neue Geschäftverbindungen zwischen den europäischen See- und Binnenhäfen sowie der verladenden Wirtschaft.
Trotz dieser umfangreichen Tätigkeiten fand Alexander Schwarzer Zeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten nachzugehen. Schon zu seiner Studentenzeit war Schwarzer Gründer des ‚Bundes Freiheit statt Baden-Württemberg’, einer humorvollen Vereinigung von Badenern, Schwaben und anderen Nichtbadenern zur Pflege der badischen Kultur und liberaler Lebensprinzipien. Wer immer Alexander Schwarzer näher kennenlernte, kam nicht umhin, Mitglied dieses unabhängigen und überparteilichen badischen Vereins zu werden, der regelmäßig den ‚Badener des Jahres’ auszeichnet, der durchaus auch mal ‚Geburtsschwabe und Überzeugungsbadener’ sein darf. Außerdem war Schwarzer Mitbegründer der Landesvereinigung ‚Baden in Europa’.
Die Führungskräfte der deutschen Binnenhäfen verlieren mit Alexander Schwarzer nicht nur einen Kollegen mit hoher Sachkompetenz und Integrationskraft, sondern auch einen humorvollen Freund. Das deutsche Binnenschifffahrtsgewerbe verliert einen unermüdlichen Streiter für die Interessen des Verkehrssystems Binnenhäfen und Wasserstraßen, der dessen hohe ökonomische und ökologische Wertigkeit in immer wieder neuer Wiese nach Außen trug. Die europäische Logistikwirtschaft verliert einen ihrer markanten Köpfe, der den grenzüberschreitenden Dialog pflegte und neue Chancen im intermodalen Verkehr und der europaweiten Kooperation der Verkehrsträger aufzeigte. Alexander Schwarzer wird fehlen. Hans-Wilhelm Dünner
Das Internetportal ka-news hat 2001 ein Interview mit Alexander Schwarzer veröffentlicht, welches den besonderen Charakter des überzeugten Badeners aufzeigt:
Beschreiben Sie sich mit drei Worten: Drei Zentner Badische Liberalität.
Was ist Ihre größte Stärke? Ausdauer und Durchhaltevermögen.
Was ist Ihre größte Schwäche? Es fällt mir schwer, nein zu sagen.
Was schätzen Ihre Freunde am meisten an Ihnen? Großzügigkeit und Zuverlässigkeit.
Was hassen Ihre Feinde am meisten an Ihnen? Dass ich nicht nur einstecken, sondern auch austeilen kann.
Was macht Sie total wütend? Dummheit gepaart mit Dreistigkeit.
Drei Dinge die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen wollen? Einen Rechenschieber, Schreibutensilien und meinen Weinkeller.
Wenn der Tag 48 Stunden hätte, was würden Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen? Wo wäre der Zeitgewinn?
Wenn Sie einen Tag im Leben mit jemandem tauschen könnten - wer wäre das? Bill Gates - unter Mitnahme der Tageskasse.
Warum sollte man in Karlsruhe leben? Weil es sich nirgendwo besser lebt.
Was sollte man an Karlsruhe ändern? Die Chancen, die die Lage am Rhein bietet, besser nutzen.
Was würden Sie tun, wenn Sie „König“ von Deutschland wären? Ein eigenständiges Bundesland Baden mit einer Landeshauptstadt Karlsruhe schaffen.
Wer soll Deutschland in naher Zukunft regieren? Diejenigen, die für mehr Freiheit und weniger Staat stehen.
Nennen Sie drei Personen, auf die die Welt nicht verzichten kann? Jesus von Nazareth, Isaac Newton, Voltaire.
Quelle: www.ka-news.de
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