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Solides Ergebnis der Dienstleistungsgruppe in schwierigem Umfeld

Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verbindet Dienstleistungen in der Stadt: Zufriedenstellendes Ergebnis der Stadtwerke / VBK konnte Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen erneut steigern / Rheinhäfen mit stabilem Umschlagvolumen


„Die KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH verzeichnete im Geschäftsjahr 2009 trotz eines starken konjunkturellen Einbruchs in der Volkswirtschaft mit ihren Beteiligungsunternehmen ein solides Ergebnis“, so der Kaufmännische Geschäftsführer und Sprecher der Unternehmensgruppe, Harald Rosemann, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. „Trotz der äußerst schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelang es dem Konzern, ein positives Ergebnis zu erwirtschaften“.


Das Wirtschaftsjahr 2009 konnte bei einem operativen Konzernumsatz von 527 Millionen Euro mit einem Gesamtergebnis von 5,5 Millionen Euro abgeschlossen werden. Dabei war die KVVH erneut in der Lage, die Fehlbeträge der Verkehrsbetriebe und der Bädergesellschaften auszugleichen. „Dieses Ergebnis ist wieder ein Beleg für den Vorteil der Holdingstruktur innerhalb der Unternehmensgruppe KVVH mit der Nutzung der gesetzlichen Steuervorteile im Rahmen des Verlustausgleichs zwischen Versorgung und Verkehr“, unterstrich Geschäftsführer Rosemann.


Die Investitionstätigkeit der KVVH-Gruppe hat im Jahr 2009 wieder deutlich zugenommen. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 96 Millionen Euro liegt sie um rund 9 Millionen Euro über dem Vorjahr. Dabei wurden 50,8 Millionen Euro bei den Stadtwerken, 30,4 Millionen Euro bei den Verkehrsbetrieben, 3,8 Millionen bei den Rheinhäfen und 9,8 Millionen bei der KASIG investiert. Mit fast 2.500 Mitarbeitern, davon allein über 150 Auszubildende, gehört die KVVH-Gruppe nach wie vor zu den großen Arbeitgebern in der Fächerstadt.


Stadtwerke: Zufriedenstellendes Ergebnis trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Wichtige Grundlage für das Jahresergebnis der KVVH-Gruppe bildete wiederum das zufrieden stellende Ergebnis der Stadtwerke: „Das Geschäftsjahr 2009 war geprägt durch ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld mit starken regulatorischen Einflüssen und einem intensiven Wettbewerb“, so Rosemann. Hinzu kamen die Auswirkungen der stärksten Rezession seit Jahrzehnten: Bei einzelnen Großkunden kam es beim Strom-Absatz zu Rückgängen von bis zu 30 Prozent. „Die Belastungen durch eine geringe Energieabgabe wurde noch verstärkt durch die branchenübliche frühzeitige Energiebeschaffung zur Abdeckung des geplanten Bedarfs für das Wirtschaftsjahr 2009, der dann durch den Einbruch der Konjunktur bedingt eine niedrigere Nachfrage der Industriekunden gegenüber stand.“


Weitere belastende Faktoren waren bei den Heizenergien Erdgas und Fernwärme die sehr milde Witterung in den Monaten September bis Dezember, die rigiden Vorschriften der Regulierungsbehörde, deutliche Erhöhungen der Kosten des vorgelagerten Netzes, die ebenso wie deutliche Erhöhungen der Kosten für Strommengen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), nur in sehr geringem Umfang an die Kunden weitergegeben werden konnten.


Trotz dieser belastenden Faktoren behaupteten die Stadtwerke ihre Position als Energieversorger vor Ort - nicht zuletzt durch angemessene und marktgerechte Preise. So konnten auch zum Teil entlastende Entwicklungen auf den Energiemärkten, wie beispielsweise auf dem Ergasbeschaffungsmarkt, durch Preissenkungen adäquat an die Kunden weitergegeben werden: Der Gaspreis wurde im Jahr 2009 nach erheblichen Anstiegen in den Vorjahren um insgesamt 30 Prozent gesenkt. „Für die Kunden war dies auch ein wichtiges Zeichen der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit in der Preispolitik der Stadtwerke und belegt, dass der Gaspreis dem Ölpreis in beide Richtungen folgt“, so Rosemann.


Ihren Teil zur Unterstützung der lokalen und regionalen Wirtschaft trugen die Stadtwerke gerade auch in Zeiten der Rezession durch erhebliche Investitionen bei: Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens beliefen sich im Jahr 2009 auf 50,8 Millionen Euro zu 40 Millionen im Vorjahr. Dies ist eine Steigerung von über 25 Prozent. Einen Schwerpunkt bildete dabei mit 18 Millionen Euro der Bereich Fernwärmeversorgung und speziell das im Jahr 2008 gestartete Fernwärme-MiRO-Projekt mit der Nutzung von industrieller Abwärme aus den Produktionsprozessen der Raffinerie. Aber auch in der Trinkwasser-, Erdgas- und Stromversorgung wurde wieder erheblich in das Leitungsnetz investiert. „Die Stadtwerke sehen es als ihre Verpflichtung an, durch kontinuierliche Investitionen auch zukünftig ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, so Rosemann abschließend.


VBK: Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen nochmals gestiegen

Der öffentliche Personennahverkehr hat sich in Karlsruhe im Jahr 2009 weiterhin gut entwickelt: „Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe konnten die Fahrgastzahlen erneut um 0,5 Millionen auf jetzt 111,2 Millionen Fahrgäste steigern“, so Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der VBK.


Die gesamten Einnahmen der VBK beliefen sich auf 108,0 Millionen Euro, davon 65,4 Millionen Euro aus Beförderungserlösen. Das Geschäftsjahr 2009 der VBK wurde mit einem Defizit in Höhe von 23,4 Millionen Euro abgeschlossen. Somit konnte der geplante Wert um 1,5 Millionen Euro unterschritten werden. „Verantwortlich für dieses gute Ergebnis sind einerseits die gestiegenen Fahrgeldeinnahmen über dem Planansatz sowie Erträge aus Leistungen für Dritte. Ein noch besseres Ergebnis verhinderten die gestiegenen Kosten, vor allem die Energie- und Personalkosten“, so Casazza weiter.


Auch die VBK gehörten wie auch schon in den Vorjahren wieder zu den großen Investoren der Region. Insgesamt wurden 30,4 Millionen Euro investiert, darunter entfielen 10,0 Millionen Euro auf die Beschaffung von Fahrzeugen für die Personenbeförderung, 12,2 Millionen Euro in die Streckeninfrastruktur und 4,3 Millionen Euro für Gebäude und Grunderwerb.


Rheinhäfen: Schiffsumschlag stabil geblieben

Bei den Rheinhäfen ist im Jahr 2009 der Schiffsumschlag trotz der Wirtschaftskrise annähernd stabil geblieben und lediglich um rund 2,6 Prozent auf 6,3 Millionen Tonnen zurückgegangen. Um 5,9 Prozent erhöht haben sich hingegen die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. In diesem Bereich war so gut wie kein krisenbedingter Leerstand zu verzeichnen. Der Umschlag im Schienengüterverkehr der Rheinhäfen entwickelte sich auch sehr positiv und konnte auf nahezu eine Million Tonnen gesteigert werden.


Die Häfen investierten im Wirtschaftsjahr 2009 rund 3,8 Millionen Euro. Die Hälfte der Gesamtinvestitionen betraf den Kauf des neuen Fahrgastschiffes „Karlsruhe“. In die Modernisierung und Erneuerung der Gleisanlagen sowie für eine Waggonzählanlage wurden insgesamt rund 1 Million investiert. Ein weiterer Schwerpunkt war der abschließende Ausbau des Hafen-Kontors.


Karlsruher Bädergesellschaft mbH: Besucherzahlen haben sich stabilisiert

Das Jahr 2009 war das erste komplette Betriebsjahr für das durch die Karlsruher Bädergesellschaft (KBG) betriebene Europabad. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Vorjahr verlief der Geschäftsbetrieb 2009 recht erfolgreich. Nicht zuletzt durch intensive Werbung und gezielte Anstrengungen im Badebetrieb selbst kamen rund 400.000 Badegäste – ohne Vereine und Schulen. Dies entspricht einer Steigerung der Besucherzahlen von durchschnittlich 842 Besuchern im Jahr 2008 auf über 1.050 Besuchern pro Tag im Berichtsjahr 2009. Insgesamt hat sich das Europabad recht gut stabilisiert. Die Kundenzufriedenheit hat ebenso wie die Zahl der Stammbadegäste deutlich zugenommen.


Fächerbad Karlsruhe GmbH: Strategische Neuausrichtung

Im Hinblick auf die veränderte Bäderlandschaft wurde eine strategische Neuausrichtung des Fächerbades als Sportschwerpunktbad notwendig. Deshalb erfolgte zum 1. Januar 2009 die Beteiligung der KVVH an der Fächerbad Karlsruhe GmbH. In einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen der KVVH und den engagierten Vereinen, die in der Vergangenheit das Bad alleine getragen hatten, wurde die Zukunftssicherung des Fächerbades als gemeinsame Leitlinie festgelegt. Verbesserungen im Bereich der Infrastruktur des Bades führten zu einer mehrwöchigen Schließung des Bades, womit sich der leichte Rückgang der Besucherzahlen erklärt.


KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft: Fertigstellung der Ausschreibungsunterlagen und Informationskampagnen

Die KASIG setzte 2009 die Planungsarbeiten für die Kombilösung weiter fort, ebenso wurden weitere personelle und organisatorische Maßnahmen eingeleitet und durchgeführt, sowie die Ausschreibungsunterlagen für den Rohbau fertig gestellt und veröffentlicht. Dies war die Grundlage für die im Februar 2010 erfolgte Vergabe des Rohbaus.


Außerdem wurde am Ettlinger Tor ein Infopavillon gebaut, in dem Veranstaltungen zur Kombilösung stattfinden, sich aber auch interessierte Bürger über den Baufortschritt und das Vorhaben im Allgemeinen informieren können. Die Einweihung des „K.“ erfolgte im April 2010, seither nutzen monatlich über 4.500 Besucher den neuen Infopavillon.


Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen wurde auch 2009 wieder über die Kombilösung informiert. So weisen 17 Informationsstelen in der Karlsruher Innenstadt auf das Bauvorhaben hin und auf den Informationsständen, zum Beispiel beim Weinfest des KVV oder bei „DAS FEST“, bestand die Möglichkeit für interessierte Bürger, mit den Experten der KASIG direkt ins Gespräch zu kommen. Des Weiteren werden mit dem neu geschaffenen Newsletter „Kombilösung Aktuell“ alle Geschehnisse rund um das Bauprojekt zeitnah per E-Mail allen Wissbegierigen mitgeteilt.


Ausblick

Durch die leichte gesamtwirtschaftliche Erholung rechnen die Stadtwerke damit, gerade die konjunkturell bedingten Mengenausfälle aus dem Jahr 2009 in den Sparten Strom und Erdgas teilweise wieder aufzuholen. Da allerdings die Preisnotierungen für Energien neben anderen Faktoren auch von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen, ist eine Prognose schwierig. Generell rechnen die Stadtwerke mit leicht steigenden Preisen.


Die VBK rechnen im Jahr 2010 weiterhin mit einer Stabilisierung der Fahrgastzahlen auf dem hohen Niveau des Jahres 2009. Dabei werden allerdings die Kosten, vor allem aufgrund der höheren Preise für Fahrzeug- und Streckenausrüstungsgegenstände sowie für Strom, weiter ansteigen und das Ergebnis belasten. Hinzu kommen noch die wieder ansteigenden Preise für Dieselkraftstoff.


Die KASIG hat 2010 die Arbeiten für den Rohbau des Bahntunnels unter der Kaiserstraße mit Südabzweig Ettlinger Straße vergeben. Der Bau des Infopavillons am Ettlinger Tor ist abgeschlossen und erfüllt seine Aufgabe sehr gut.


Die Rheinhäfen rechnen im Jahr 2010 insgesamt wieder mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Dabei gehen sie von einem leicht rückgängigen Schiffsgüterumschlag aus.  Der Bereich Vermietung und Verpachtung ist als stabil zu bezeichnen.

Grundlegende Zielsetzung der KVVH-Gruppe für das Geschäftsjahr 2010 wird es sein, im Unternehmensverbund neben dem Verlustausgleich wiederum ein stabiles Ergebnis zu erreichen. Dieses Ziel erfordert intensive gemeinsame Anstrengungen aller in dem KVVH-Konzern integrierten Tochtergesellschaften.

 

Fazit:

  • Stabiles Ergebnis im Konzern trotz starkem konjunkturellem Einbruch
  • Verlustausgleich innerhalb der Holding zwischen Versorgung und Verkehr wieder gelungen
  • Weitere Verbesserung der Fahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen bei der VBK
  • Stabiler Schiffsumschlag bei den Rheinhäfen trotz angespannter Konjunktur


Dies in einem durch harte staatliche Regulierung im Versorgungsbereich und insgesamt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise geprägten Umfeld.

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